
Auch dieses Jahr startete ein LuO-Team mit seinem Minisatelliten beim Cansat-Wettbewerb in Bremen der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft und qualifizierte sich für einen von zehn Plätzen für Schulen aus ganz Deutschland. Auf dem Flugplatz Rothenburg bei Bremen schickte das Team „Polaris“ (10. – 12. Klasse) ihren selbst gebauten „Minisatelliten“ mit einer 2 m langen Rakete Richtung All.
Bei dem Wettbewerb bauen die Teams einen Satelliten in der Größe einer Getränkedose, der dann in Bremen mit einer richtigen Rakete auf 1000m Höhe geschossen wird. Im Sinkflug am Fallschirm nimmt der Satellit mit seinen Sensoren Daten auf. Die Teams haben sich im Vorfeld eine Mission ausgedacht, die der Satellit erfüllen soll
Hauptmission des LuO-Teams war diesmal die exakte GPS-unabhängige Lokalisierung des Satelliten. Anstatt vergleichsweise ungenaue GPS-Daten zu nutzen, nahm der Satellit dabei die Signale der selbstgebauten Bodenstationen des Teams auf und berechnet so die Position. Teamleiter Simon Lauffher erklärt: „Die mathematische Methode, die wir dafür verwendet haben, heißt Triangulation. Sie wird auch in modernen Standortermittlung von Handys verwendet. Ist aber leider gar nicht so einfach umzusetzen.“
Zusätzlich hatten die Schülerinnen und Schüler auch noch eine eigene geheime Mission erdacht: Der Satellit sollte die Daten der anderen Satelliten ausspionieren und unbemerkt „klauen“. Damit wollten das Team Polaris auf das Thema Spionage aufmerksam machen. Monatelang tüftelten die Teammitglieder Simon Lauffher, Max Beringer, Franke Ernst, Liam Huang, Tarja Bicker, Leonard Turner und Jesper Bals an ihrem Satelliten, führten Tests durch, bestellten Spezialbauteile und warben dafür auch selbst die Mittel von insgesamt 1500€ bei den Sponsoren Zeiss Merck und Sparkasse ein. Mit den eingeworbenen Geldern wurde auch die Reise zum Wettbewerb nach Bremen finanziert. Während der fünf Tage in Bremen stellten die Teams ihre Mission der Jury vor, führten den Raketenstart mit Bergung des Satelliten durch und präsentierten anschließend die Ergebnisse ihrer Daten.
Leider gab es Schwierigkeiten mit der Technik, so dass die Daten nicht vollständig aufgezeichnet werden konnten. Das LuO-Team belegte in diesem Jahr daher nur einen der vierten Plätze. Immerhin konnte der Satellit, durch seine robuste Bauweise, im ganzen wieder geborgen werden.
Zum Programm gehört auch die Besichtigung der Produktionsstätte der Ariane Group, wo die die Frachtteile der Ariane-6 Raketen gebaut werden, die von Französisch-Guayana abheben, um große Satelliten ins All zu bringen. Beim Besuch der Firma OHB erlebten die Schülerinnen und Schüler, wie echte moderne Satelliten hergestellt werden, um ein europäisches Satelliten-Netzwerk für GPS-Anwendungen auszubauen. „Beides war sehr beeindruckend und auch deshalb spannend, weil es wirklich gut zu unserer Mission gepasst hat“, sagt Teammitglied Max Beringer.
Das beliebte Abschlussevent für die Schüler konnte leider nicht stattfinden, weil die Sponsorengelder für den Cansat-Wettbewerb gekürzt wurden.
„Danke an unser Cansat-Team für ihren Einsatz und toll, dass wir zum vierten Mal bei dem Wettbewerb dabei sein konnten“, freut sich Betreuer Dr. Matthias Moosmann, der den Teams auch in Bremen zur Seite stand. „Der Wettbewerb erfordert nicht nur Sachkenntnis und Kreativität, sondern auch einen langen Atem. Das bis zum Schluss durchzuhalten ist schon sehr stark. Jetzt habe ich gehört, dass die Teammitglieder an einer neuen Mission feilen. Ich bin sehr gespannt!“






