Als Teenager ausgebürgert aus der DDR
Ein virtueller Besuch aus Berlin gestaltete am 23. März eine der letzten Geschichtsstunden für mehrere Q4-Kurse in besonderer und sehr eindrucksvoller Weise.
Mit Unterstützung der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ konnte relativ kurzfristig Nadja Klier für eine Lesung und ein Zeitzeugengespräch ausgehend von ihrem Buch „1988 – Wilde Jugend“ gewonnen werden...
Nadja Klier, Jg. 1973, u.a. Fotografin und Autorin, ist die Tochter der Bürgerrechtlerin Freya Klier und wurde mit ihrer Mutter nach deren Berufsverbot, Bespitzelung und Verhaftung schließlich Anfang 1988 nach West-Berlin abgeschoben. Ein erzwungener Abschied von bester Freundin, vom gewohnten Leben, aber auch von Beobachtung auf Schritt und Tritt innerhalb von wenigen Stunden.
Mit ihrem Blick eines Teenagers auf diese Erlebnisse gab sie in berührend offener und herzlicher Weise den knapp achtzig Anwesenden nicht nur Einblick in private Bilder und in Unterlagen aus ihren Stasi-Akten, sondern auch in ihre Emotionen und Auseinandersetzungen damit.
Erste Eindrücke konnten wir bereits durch die Preview ihres gerade gemeinsam mit ihrem Mann Ingo Hasselbach erstellten Kurzfilm „Wir wolln euch mal wat fragen!“ gewinnen. So ergaben sich im Anschluss an Nadja Kliers Vortrag viele Fragen, auch zum heutigen Blick auf die DDR und den Umgang mit diesem Teil der deutschen Geschichte, so dass am Ende statt der geplanten 90 Minuten spannende zwei Stunden Zeitzeugengespräch schnell vergangen waren.